Ich bin ja eigentlich kein nationales Tier, aber manchmal macht es mich schon grinsen, wenn die Gurus von Amerika nicht kreativ genug für ein Problem sind. Auf die deutsche InDesign-Szene kann man dann schon mal stolz sein ;)
Aktuelles Beispiel: InDesign CS5 hat als erste Version zwei verschiedene PDF-Export Funktionen, "Druck" und "Interaktiv". Das ist so weit fein, als es die Export-Dialoge angenehm aufräumt. Der Dialog für interaktive PDFs sieht jetzt einfach so aus:

Sehen Sie die Option, die hier fehlt?
"Druckbögen".
Die InDesign-Entwickler gehen davon aus, dass kein Anwender ein als Doppelseite angelegtes Dokument interaktiv als Einzelseite exportieren will. Mit anderen Worten: kein Anwender baut jemals Dokumente für den Druck, die dann als Zusatz auch als Einzelseite für den Kunden exportiert werden sollen, angereichert mit einigen Navigationsknöpfen.
Während das für die meisten von uns locker unter "Egal, hat halt ein Entwickler mal wieder nicht weit genug gedacht" verbucht werden kann, stellt es für manche ein ernstes Problem dar. Laut David Blatner ein nicht wirklich lösbares.
Ich fragte mich grad, was sich in CS5 eigentlich beim Preflight getan hat; sprich, welche Prüfoptionen hinzugekommen sind. Hier der Überblick...
Es wird sich rumgesprochen haben, dass InDesign CS5 sehr viele Features darauf konzentriert, interaktive SWFs (also Flash-Dateien) mit Animationen und anderem Schnickschnack zu erzeugen.
Falls ich vorhabe, diese SWFs auf meine Webseite zu legen... keine weiteren Fragen. Was aber, wenn ich die als Präsentation (statt PowerPoint etc) verwenden will? Wie spiele ich die ab?
Sie werden vielleicht schon bemerkt haben, dass man in Indesign keine Graustufen-Farbfelder anlegen kann. Sicher kann man 50% von [Schwarz] anlegen, aber das sind dann 50% von CMYK 0 0 0 100 und nicht 50% von K 100.
InDesign "kann" keine Graustufen.
Aus gegebenem Anlass: auf HDS fragt einer "ID CS3 Datei mit 10 Ebenen (1 Standplatte, 9 verschiedene Inhalte). Ziel: Druck jeder der 9 Variationen mit einem Befehl. "
Von Haus aus geht das nicht, aber per Script ist das wie üblich machbar.
Am einfachen Beispiel: ich habe eine zweisprachige Weihnachtskarte mit vier Ebenen.
Nach Aufruf des Scripts sehen Sie dieses Dialogfeld:
Kreuzen Sie die Ebenen an, die auf jedem Ausdruck zu sehen sein sollen, und wählen Sie die Druckvorgabe aus. Falls die Druckvorgabe eine Ausgabe in eine PostScript-Datei vorsieht, legt das Script im Ordner der InDesign-Datei durchnummerierte Dateien an.
Der Druck in "Adobe PDF 8.0" direkt funktioniert derzeit nicht, weil er noch schwieriger zu konfigurieren ist als der Druck in PS-Datei.
In so mancher Situation geht es darum, schnell und einfach einen Haufen PDF-Dateien nach Schema "F" zu erzeugen. Unter MacOS lässt sich das per AppleScript ohne weiteres automatisieren.
Aus gegebenem Anlass die Dokumentation eines simplen Tests... Die Frage ist: wenn mein Job einfarbig schwarz ist, soll ich dann das PDF per CompositeGrau via Distiller erstellen oder besser mit CompositeCMYK bzw. Export?
Aus der Reihe "Was mit Farbmanagement alles schief gehen kann": es kann Ihnen passieren, dass Sie ein Bild duplizieren, und die Kopie hat eine andere Farbigkeit als das Original. "Unmöglich", war meine erste Reaktion. "Sehr leicht möglich" stellt sich heraus.
Die rechte Hälfte dieses Tigers ist einfach kopiert und passgenau über das Original gelegt. Das Gehemnis hinter diesem Phänomen liegt in den CMYK-Richtlinien:
Hier können Sie festlegen, ob von einem neuen Bild das Profil honoriert wird oder nicht. Bei der Einstellung "Werte beibehalten" wird das Profil ignoriert und dem Bild wird das Dokument-CMYK zugewiesen.
Jetzt das fiese Detail: wenn das Dokument auf einem Rechner erstellt wird, dessen Farbeinstellungen die Profile honorieren, dann behält das Bild sein eigentliches Profil. Wird das Dokument dann auf einem Rechner bearbeitet, dessen Farbeinstellungen auf "Werte beibehalten" konfiguriert sind, dann greift diese Voreinstellung auch, wenn das Bild lediglich dupliziert (statt neu importiert (da wäre das Verhalten zu erwarten)) wird.
InDesign liegen von jeher gute Beispiel-Skripe bei. CS3 hat sie sogar fertig installiert in /Programmordner/Scripts/Scripts Panel/Samples/. Aber: alle sind nicht übersetzt worden. Stück für Stück werde ich auf indesign-faq.de übersetzte Versionen zumindest der AppleScripts und JavaScripte zur Verfügung stellen.
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