ich stimme zu, dass der Begriff Steg für Spaltenabstände fachlich nicht richtig ist und zudem für Lernende schwerer zu begreifen ist als der selbsterklärende Begriff "Spaltenabstände". Die Seitenränder müssen deshalb aber nicht zwingende Stege heißen. Kopf-, Fuß, Bund- und Außensteg sind zwar gute alte Fachtermini aus der Buchdruckerkunst, die simple Bezeichnung "Ränder" ist aber weder falsch noch unverständlich. Es ist heute die gängige Bezeichnung in der Textverarbeitung und im DTP und wird von jedermann sofort verstanden. Es müsste ja dann auch im Layoutmenü "Stege und Spalten" heißen, was für die meisten Anwender auch nicht intuitiv wäre. Genauso könnte man fordern, dass "Seitenzahlen" ab sofort "Pagina" heißen. Dadurch steigt höchstens der Schulungsbedarf.
"Versatzabstand" in den Textrahmenoptionen gefällt mir auch nicht und wird nach meiner Beobachtung selbst von erfahrenen Anwendern manchmal nicht richtig verstanden. Verständlicher und kompakter als "Abstand zum Rahmen" fände ich schlicht "Innenabstand". Dieser Begriff wird anderswo auch für "Padding" beim CSS-Box-Model verwendet und erklärt sich m.E. selbst. Beim Grundlinienraster würde es dann "Oberem Innenabstand" heißen.
Gleiches Begriffsproblem taucht bei Tabellenzellen auf. Da heißt es "Linker Zellenversatz" etc. "Linker Innenabstand" wäre m.E. klarer.
Mich stört seit je her die Bezeichnung "Druckbogen" im Seitenbedienfeld. Ein Druckbogen ist definitiv etwas anderes ("press sheet" auf engl.) und Seiten, die auf der Montagefläche nebeneinander stehen müssen nicht mal zwingend auf dem gleichen ausgeschossenen Druckbogen sein. Nur leider weiß ich keine alternative Übersetzung für "spread". Im Prinzip wäre "Doppelseite" die Übersetzung, aber es handelt sich in InDesign ja nicht zwingend um zwei Seiten.
"Laufende Kopfzeile" ist eine geradebrechte Übersetzung von "Running Head". Korrekt heißt es "Lebender Kolumnentitel". Beides dürfte für Lernende gleichermaßen erklärungsbedürftig sein, letzteres ist aber wenigstens Eingeweihten ein Begriff.
"Nicht druckbar" in den Attributen kommt mir merkwürdig vor. Es müsste "Nicht druckend" heißen (engl. "nonprinting").
"Spread" und "Choke" in den Transparenteffekten beziehen sich tatsächlich auf die englischen Begriffe beim Trapping. "Überfüllung" und "Unterfüllung" sind also im Geiste der Programmierer von InDesign. "Verstärken" und "Abschwächen" erklären m.E. nicht richtig, was da technisch passiert. Der Effekt wird ja letztlich nach außen bzw. innen "versetzt". Das muss irgendwie deutlich werden. Unter "Verstärken" würde ich mir eine "Gamma-Korrekur" des Effekts vorstellen. In Photoshop kann man das durch Verwenden einer anderen "Kontur" unter "Qualität" erzielen. Und in Photoshop haben sich die Begriffe "Überfüllung" und "Unterfüllung" auch etabliert.
Bei den JPEG-Optionen heißt es "Grundlinie" für "baseline" (nicht nur in InDesign). Dabei geht es hier in keinster Weise um die typographische "baseline". Es sollte wohl eher "Standard" heißen, im Gegensatz zu "Progressiv".
Ein Wort zu "magnetische Hilfslinien". Das wurde bei Illustrator schon vor Zeiten so besch... übersetzt (was mir lange, lange Kopfschmerzen bereitet hat, weil Hilfslinien nicht aufhörten magnetisch zu sein wenn ich diese Option ausgeschaltet habe). Wahrscheinlich wollte man bei InDesign die Einheitlichkeit innerhalb des CS wahren. Das macht die Sache aber kein bisschen besser. "Interaktive Hilfslinien" fände ich als Übersetzung gut (wie bei "Interaktiv malen" oder "Interaktiv nachzeichnen").
Soweit mein kurzer Beitrag zur Diskussion. Wahrscheinlich folgt noch mehr.
Hallo Gerald (ich erlaube mir
Hallo Gerald (ich erlaube mir das du),
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Martin Braun